Schulgeschichte



Am 9. September 1991 öffnete unsere Schule zum ersten Mal ihre Tore für Kinder mit geistiger Behinderung.
Ein großer und wichtiger Tag für die Kinder, deren Eltern und Familienangehörige, aber auch für alle Mitarbeiter, die in dieser Schule arbeiten würden. Alle betraten ein Neuland, denn bis zu diesem Zeitpunkt gab es für diese Kinder keine Schulen, und für die Arbeit an diesen Schulen gab es kaum Erfahrungen.



Die Zeit vor 1990
In dem Gebiet der ehemaligen DDR waren Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft kaum sichtbar. Sie waren zu Hause »versteckt« oder hielten sich in kirchlichen Einrichtungen auf. Schwerstmehrfachbehinderte waren auf Pflegestationen des Krankenhauses untergebracht, wo sie keinerlei Förderung erhalten konnten. Sie waren lediglich »satt und sauber«.

Ab ca. 1975 begann man in der DDR Fördereinrichtungen des Gesundheitswesens zu erstellen, in denen Kinder, die man »förderungsfähig, aber bildungsunfähig« nannte, untergebracht wurden, tageweise oder über die ganze Woche.

Im damaligen Kreis Perleberg gab es zwei Fördereinrichtungen: Wittenberge und Semlin. Die materiellen Bedingungen waren schlecht, Beschäftigungsmaterial gab es nur wenig. Der Einsatz des Personals war aber schon damals voller Ideenreichtum zur Improvisation und voller Engagement für die Kinder.


Die Zeit nach 1990
Seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik griff nun auch das Recht auf Bildung für Menschen mit geistiger Behinderung, das man bereits in den 60er Jahren in der Bundesrepublik erstritten hatte.

Das Gebäude einer Kinderkombination (Kindergarten und Kinderkrippe) war für die Schule ausgesucht worden. Große fachkompetente Hilfe gab es hierfür aus dem Partnerkreis Neuss.

Von 1993 bis 1997 wurde das Gebäude bei laufendem Schulbetrieb zum noch heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Ein Haus, das Licht durchflutet ist, gut durchdachte Fach-, Therapie- und Unterrichtsräume sowie einen großen Festsaal aufweist und eine große Freifläche hat. Alles ist ohne Barrieren erreichbar.

Das Kollegium nahm nacheinander das Studium der Sonderpädagogik auf, so dass beste sächliche und personelle Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler entstanden.


Von Anfang an …

… öffnet unsere Schule ihre Türen nach draußen. So gehen wir hinaus in die Gesellschaft und viele Schüler der Wittenberger und manchmal auch Perleberger Schulen besuchen uns in unserem Haus.

Besonders intensiv ist inzwischen der Kontakt zur Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule Wittenberge geworden. Mit ihr arbeiten wir eng zusammen, was schon längst in einem Kooperationsvertrag festgeschrieben wurde.